Fiege Innovationstag: Austausch zu neuen Ideen und Logistiktrends in Neuss

Referenten zu Themen wie Künstlicher Intelligenz, Robotik, der Letzten Meile und dem Einsatz der Datenbrille in der Logistik

Neuss, 1. Juli 2019. Wie kann man Künstliche Intelligenz in der Logistik nutzen? Können Roboter eine Lösung für die Herausforderungen des Fachkräftemangels sein? Und welche Möglichkeiten bieten eigentlich Marktplätze wie Amazon für kleine und mittelständische Unternehmen?  Beim Fiege Innovationstag haben verschiedene Start-ups ihre Ansichten und Lösungsansätze zu diesen Themen vorgestellt. Zu der Kundenveranstaltung in Neuss kamen am Dienstag, 25. Juni 2019, mehr als 60 interessierte Zuhörer.

„Wir beschäftigen uns bei Fiege sehr intensiv mit neuen Ideen und Lösungsansätzen und arbeiten dazu gerne und häufig mit jungen Unternehmen und Start-ups zusammen“, erklärte Hannes Streeck, Managing Director Consumer Goods bei Fiege, in seiner Begrüßungsrede. „Wir freuen uns, dass unsere Themenauswahl auf so großen Zuspruch und starkes Interesse stößt.“ Fünf Redner sorgten für den inhaltlichen Input, zudem stellten weitere Start-ups ihre Konzepte in den Pausen vor.

Zunächst erläuterte Andreas Pott, Director Corporate Development bei Fiege, den Ansatz aktives Innovationsmanagement zu betreiben. „Wir wollen Innovationsführer in der Logistik bleiben und setzen daher ganz stark darauf, ein aktiver Teil des Innovations-Ökosystems zu sein“, so Andreas Pott. „Wir sehen unsere große Stärke unter anderem darin, dass wir in der Zusammenarbeit mit Start-ups schnell Pilotprojekte aufsetzen und begleiten, um die neuen Ideen im Livebetrieb unter realen Bedingungen zu testen.“ Neben den Einflüssen von außen setzt Fiege verstärkt auf Ideen aus dem eigenen Hause: Die unternehmenseigenen Start-ups Angel, Speedy4you, Palettenheld und Opticert stellten ihre Konzepte bei der Start-up-Messe in Neuss vor.

Big Data und automatisierte Datenanalyse

Professor Reiner Kurzhals vom Westphalia DataLab aus Münster machte in seinem Vortrag „Wie Künstliche Intelligenz und Big Data die Logistik revolutionieren“ deutlich, wie wichtig es für Unternehmen ist, sich mit der Nutzbarmachung ihrer eigenen Daten zu beschäftigen. „Wir können Daten, die wir von den Unternehmen erhalten massiv anreichern mit externen Daten, die einen Einfluss auf den Absatz von Waren haben – wie Wetterdaten, Social Media Trends oder Marketingaktionen – und daraus Vorhersagen erstellen, die erheblich besser sind, als alle bisherigen Vorgehensweisen“, führte Professor Kurzhals aus.

Fiege und ein Team aus Wissenschaftlern der Fachhochschule Münster haben das Westphalia DataLab vor andrerthalb Jahren gegründet und bieten eine automatisierte Datenanalyse an, die Unternehmen als einen abrufbaren Service nutzen können. Mittlerweile arbeiten mehr als 60 Datenanalysten für das junge Unternehmen.

Pick-by-Vision und Roboter in der Intralogistik

Christian Zillner vom Robotik-Start-up Magazino aus München sprach über die flexible Automatisierungslösung durch den Kommissionier-Roboters Toru. Am Fiege-Standort in Ibbenbüren haben Magazino und Fiege gemeinsam den wahrnehmungsgesteuerten Kommissionier-Roboter Toru zur Marktreife gebracht. Die Roboter arbeiten parallel zum Menschen und lagern Schuhe ein und aus.

Christian Meierhoff von Fiege eCommerce Solutions brachte den Besuchern die verschiedenen Möglichkeiten näher, online über Marktplätze die eigenen Waren anzubieten. Und Thomas Becker von dem Hamburger Start-up Angel stellte das Konzept vor, Zustellung im Wunschzeitfenster anzubieten, am selben Tag oder einem Wunschdatum.

Tobias Bröhl referierte über die Pick-by-Vision-Lösung von Picavi. Das Start-up aus Herzogenrath hat bei Fiege am Industrielogistikstandort Worms ein Pilotprojekt gestartet und die Datenbrille nun auch auf neue Kunden und weitere Fiege-Niederlassungen ausgerollt. „Das Feedback der Mitarbeiter ist dabei durchweg positiv, was wir vor allem darauf zurückführen, dass die Brille mit nur 46 Gramm sehr viel leichter ist als einige Vorgängermodelle“, berichtete Bröhl. In den Logistikzentren ist durch den Einsatz der Datenbrille bei bestimmten Prozessen eine Zeitersparnis von bis zu 10 bis 30 Prozent möglich. Über das Datenbrillen-Display wird der Kommissionierer im Lager Schritt für Schritt durch seinen Auftrag geführt, indem Picavi die Daten modelliert und in Echtzeit übermittelt. Die Besucher in Neuss konnten die Datenbrille selbst aufsetzen und den Einsatz testen.

Im Anschluss an die Vorträge wurden die Gäste durch das Logistikzentrum in Neuss geführt, in dem Fiege die logistischen Prozesse für den Kunden Vorwerk abwickelt. Für Hannes Streeck fällt das Fazit zum Innovationstag positiv aus: „Es wurde viel diskutiert und unsere Gäste haben einige Denkanstöße von unseren Referenten bekommen. Ich selbst auch, daher bin ich sehr zufrieden.“

Über die
FIEGE Gruppe

Die Fiege Gruppe mit Stammsitz in Greven, Westfalen, zählt zu den führenden Logistikanbietern in Europa. Ihre Kompetenz besteht insbesondere in der Entwicklung und Realisierung integrierter, ganzheitlicher Logistiksysteme. Sie gilt als Pionier der Kontraktlogistik. Die Gruppe erwirtschaftete 2018 mit über 15.000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro. Mehr als 150 Standorte und Kooperationen in 15 Ländern bilden ein engmaschiges logistisches Netzwerk. 3 Millionen Quadratmeter Lager- und Logistikflächen sprechen für die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.