40 Jahre im Betrieb: Uwe Nienaber spricht über Fiege, sein Erfolgsrezept als Vertriebler und den Umbau in Reckenfeld

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Uwe Nienaber ist seit 40 Jahren bei Fiege beschäftigt. Von seinem Büro aus kann er den Umbau in Reckenfeld beobachten.

Reckenfeld. Uwe Nienaber fängt morgens gerne früh an. Er ist meist einer der ersten im Bürotrakt bei Fiege an der Carl-Benz-Straße in Greven-Reckenfeld. Denn vor 8 Uhr klingelt sein Telefon selten. „Da bekommt man viel geschafft“, sagt Nienaber und nennt auch gleich einen zweiten Vorteil: „Man kann auch eher gehen.“ Für Nienaber geht es dann zu seiner Frau nach Rheine oder direkt auf den Golfplatz, das ist sein Ausgleich zur Arbeit. Seit 40 Jahren ist Nienaber bei Fiege beschäftigt – der gelernte Speditionskaufmann ist im Vertrieb in Reckenfeld tätig. In diesem Monat hat der 61-Jährige diese außergewöhnlich lange Betriebszugehörigkeit gefeiert. Im Interview spricht Nienaber über seine berufliche Leidenschaft, seine Wahlheimat das Münsterland und moderne Arbeitswelten.

Herr Nienaber, seit 40 Jahren arbeiten Sie bei Fiege. Mit der Ausnahme von ein paar Jahren in Schüttorf ausschließlich in Greven. Wollten Sie nie weg und einmal etwas anderes sehen?

Nein, ich wollte nie weg. Ich bin zwar in Quakenbrück geboren, aber ich fühle mich im Münsterland verwurzelt. Ich bin mit meinen Eltern mit vier Jahren nach Osnabrück gezogen. Mit zehn Jahren ging es dann nach Rheine und dort auch aufs Gymnasium. Seitdem bin ich Rheinenser. Dort habe ich auch meine Lehre zum Speditionskaufmann gemacht. Über einen kurzen Zwischenstopp bei einem Vertrieb in Münster bin ich dann über persönliche Beziehungen zu Fiege gekommen. Das ist jetzt 40 Jahre her und ich habe keinen Tag bereut.

Heutzutage fordern Unternehmen von ihren Mitarbeitern Flexibilität, auch in Bezug darauf, länger von Zuhause weg zu gehen. War das früher anders?

Nein, mein Vater war Eisenbahner, daher sind wir auch ein paar Mal umgezogen. Durch meine Tätigkeit als Vertriebler bin ich natürlich auch viel unterwegs. Bei Kunden oder unseren eigenen Standorten. Für jemanden der krank wird, wenn er den Kirchenturm von Greven nicht mehr sieht, für den ist mein Job also nichts. Trotzdem habe ich es immer als angenehm empfunden einen festen Arbeitsplatz hier in der Region zu haben.

Vor Kurzem wurden Sie in der Zentrale am Flughafen für Ihre lange Betriebszugehörigkeit geehrt. Jens Fiege zitierte einen Ihrer Kollegen, der Ihre Verbundenheit zu Fiege so beschrieb: „Wenn Uwe Nienaber könnte, würde er in Fiege-Bettwäsche schlafen.“ Was schätzen Sie so sehr an Ihrem Arbeitgeber?

Nienaber: Ich habe mich unheimlich darüber gefreut, dass so viele Leute extra für mich gekommen sind. Jens Fiege und Felix Fiege, aber auch Heinz Fiege und Dr. Hugo Fiege, der mich vor so langer Zeit damals einstellte. Das zeugt schon von einer gewissen Wertschätzung. Es ist schön in einem inhabergeführten Unternehmen zu arbeiten. Das merkt man zu solch erfreulichen Anlässen, aber auch an schwierigeren Tagen. Und die gab es auch in 40 Jahren bei Fiege. Und gerade da hat man gemerkt, dass soziale Verantwortung hier gelebt wird und keine Worthülse ist.

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Überraschung in der Systemzentrale: Zur Feierstunde kamen viele lange Weggefährten und Kollegen von Uwe Nienaber.

 

In einer Zeit, als in Reckenfeld dringend ein Standortleiter gesucht wurde, haben Sie diese Funktion kommissarisch für einige Monate übernommen. Warum wollten Sie nicht auf Dauer Niederlassungsleiter bleiben?

Ich bin kein Logistiker. Ich verkaufe Transporte und die logistischen Dienstleistungen und ich habe im Laufe der Jahre natürlich einiges über Logistik gelernt, aber einen Logistikstandort leiten, diese Verantwortung wollte ich nicht übernehmen. Das habe ich nicht gelernt. Daher war ich froh, dass dann Markus Röser den Job übernommen hatte und bis heute macht. Und ich wieder meinen gelernten Beruf ausüben kann.

Was macht einen guten Vertriebler aus?

Erfolgreiche Projekte. Erfolg macht süchtig. Wenn man als Verkäufer keinen Erfolg hat ist es sehr unglücklich. Als Verkäufer braucht man eine positive Ausstrahlung, die hat man, wenn man daran glaubt, erfolgreich zu sein. Ich glaube, man muss beruflich das machen, was man kann, nicht unbedingt das, was man am liebsten machen würde. Sonst wäre ich wahrscheinlich Golflehrer geworden, aber da würde mich keiner buchen.

Sie haben jahrzehntelange Erfahrung in Ihrem Bereich. Lernen Sie immer noch etwas dazu?

Auf jeden Fall – einmal über die Kunden, die sehr unterschiedlich sind. Aber auch über meine Kollegen. Ich habe immer riesen Spaß mit jungen, gut ausgebildeten Kollegen zusammenzuarbeiten. Ich kann meine Erfahrung mit in den Topf werfen und sie das, was sie an der Uni gelernt haben. Es ist einfach toll, wenn man so die Kräfte bündelt und Projekte zusammen angeht.

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Besondere Auszeichnung: Uwe Nienaber trägt jetzt eine goldene Fiege-Ehrennadel am Revers.

 

Nicht nur die Arbeitsweise verändert sich, auch der Arbeitsplatz gestaltet sich in vielen Unternehmen heute anders. Was halten Sie von offenen Büros und Homeoffice?

Bestimmte Dinge könnte ich nicht mehr. Ich brauche mein eigenes Büro. So einen offenen Arbeitsbereich, wie es ihn in der Zentrale auf einer Etage gibt, da würde ich mich nicht wohl fühlen. Für mich wäre auch Homeoffice nichts. Ich gehe gerne mal in den Betrieb, in die Halle und schaue mich um. Das ist ja bei uns in Reckenfeld gerade besonders interessant, bei dem Umbau. Und das bei vollem Betrieb. Ich ziehe den Hut vor meinen Kollegen, die hier aktuell bei Lärm und Staub arbeiten. Das ist ganz toll, wie unsere Mitarbeiter da mitziehen.

Sie gehörten 1980 zu den Kollegen, die vom Grünen Grund in den damals neu errichteten Standort in Reckenfeld zogen. Freuen Sie sich, dass dieser Standort nun saniert wird oder hätten Sie die damit verbundenen Beeinträchtigungen wie Lärm und Staub nicht mehr gebraucht?

Es ist eine absolute Freude mitzuerleben, was sich hier entwickelt. Ich bin ja aus dem Vertrieb und zeige Kunden die Fiege-Welt. Demnächst muss ich nicht mehr nach Mönchengladbach oder Ibbenbüren fahren, um einen tollen Standort zu zeigen. Der modernste und schönste Standort der Fiege Gruppe ist dann hier in Reckenfeld. Wir haben eine harte Zeit erlebt mit vielen Außenlägern. Es hat mich viel Mühe gekostet unsere Kunden davon zu überzeugen, dass das kurzfristig die beste Lösung ist. Aber bald kommen alle zurück. Ich werde vielleicht fünf Jahre älter durch den Umbau hier, aber die sind gut investiert.

Über die
FIEGE Gruppe

Die Fiege Gruppe mit Stammsitz in Greven, Westfalen, zählt zu den führenden Logistikanbietern in Europa. Ihre Kompetenz besteht insbesondere in der Entwicklung und Realisierung integrierter, ganzheitlicher Logistiksysteme. Sie gilt als Pionier der Kontraktlogistik. Die Gruppe erwirtschaftete 2017 mit über 12.900 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 1,55 Milliarden Euro. 185 Standorte und Kooperationen in 15 Ländern bilden ein engmaschiges logistisches Netzwerk. 2,9 Millionen Quadratmeter Lager- und Logistikflächen sprechen für die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.