“Vom Brexit nicht betroffen”: Fiege Schweiz CEO Eric Malitzke im Interview

Fiege-Schweiz-Malitzke
Eric Malitzke ist Landeschef der Fiege Schweiz. Im Interview mit der Verkehrsrundschau spricht er über Besonderheiten und Herausforderungen des Schweizer Logistikmarktes.

Münchenstein. Eric Malitzke, CEO der Fiege Schweiz, kennt die Hindernisse in der Schweiz, beurteilt die Wachstumschancen aber positiv. Im Interview mit der Verkehrsrundschau spricht Eric Malitzke über den Schweizer Logistikmarkt, den Onlinehandel und Fahrverbot für schwere LKW.

Wie unterscheidet sich der Schweizer Logistikmarkt vom deutschen?

Zunächst sollte man sich von der Vorstellung verabschieden, dass es hier beschaulich zugeht. Der Schweizer Markt ist sehr kompetitiv und von großen Mittelständlern geprägt, die versiert im Umgang mit internationalen Verkehren sind. Ein herausragendes Merkmal ist natürlich, dass die Schweiz nicht zur EU gehört. Dadurch spielt Zoll-Expertise bei allen Lösungen eine große Rolle. Gleichzeitig hat die Schweiz sehr viele gute bilaterale Handelsabkommen geschlossen, etwa mit Russland oder China. Wenn die EU Probleme hat, wie jetzt mit dem Brexit, ist der Standort Schweiz davon nicht betroffen.

Welche Dienstleistungen bieten Sie in der Schweiz an?

Zum Beispiel eine schnelle Lösung im Bereich des Onlinehandels bis hin zur Feinverteilung. Dieses Segment wächst so stark wie in Deutschland und wird von den Bestellungen der Schweizer Konsumenten im Ausland getrieben. Im Export spielen die Segmente Chemie, Pharma und Schmuck/Uhren weiter eine große Rolle.

Welche Hindernisse gibt es?

Die Kosten bei inländischen Verkehren sind hoch, bedingt durch die Schwerverkehrsabgabe. Daneben vergessen manche, dass in der Schweiz zwischen 22 und 5 Uhr ein Fahrverbot für schwere Lkw gilt. Deshalb greifen wir mitunter zu Lösungen mit kleinen Transportern, die unterhalb der Gewichtsgrenze liegen.

Wie beurteilen Sie die Zukunftsaussichten?

Gut. Der Franken hat leicht an Wert verloren, was dem Schweizer Export hilft. Das Pro-Kopf-Einkommen ist stabil hoch, alles deutet auf eine weiterhin positive Entwicklung hin.

 

Das Interview führte Constantin Gillies für die Verkehrsrundschau. Es ist erschienen in der Ausgabe 22. Im Heftarchiv der Verkehrsrundschau ist das Interview sowie ein weiterführender Bericht zum Thema zu finden. www.verkehrsrundschau-plus.de/heftarchiv

Über FIEGE

Die FIEGE Gruppe mit ihrem Stammsitz im westfälischen Greven zählt zu den innovativsten Logistikanbietern in Europa. Mit über 23.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 133 Standorten in 16 Ländern ist FIEGE international tätig – von den Kernmärkten in Europa bis nach Asien. FIEGE ist ein Familienunternehmen in der fünften Generation und gilt als Pionier der Kontraktlogistik. Den Kern der Geschäftsaktivitäten bilden modulare Lösungen in den Bereichen Logistik, Digital Services, Real Estate und Ventures. 2021 erwirtschaftete die FIEGE Gruppe einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro und verfügt über mehr als vier Millionen Quadratmeter Logistikfläche.