Case Study: Wie Fiege Haushaltsgeräte mit speziellen Steckern für die Schweiz präpariert

Im Wiggertal bündelt Fiege Schweiz das „Umsteckern“ von Elektrogeräten für die Groupe SEB unter einem Dach. Auf Reisen ist es fast jedem schon einmal passiert: Man möchte sein Smartphone aufladen und dann passen Stecker und Steckdose nicht zusammen. In dieser Situation hilft nur ein Reiseadapter. Konsumgüter hingegen müssen für den Schweizer Markt von Anfang an gleich „umgesteckert“ werden.

Selbst Nachbarländer wie Frankreich, Deutschland oder Österreich haben in der Industrie zuweilen andere Standards. Wenn Produkte also unterschiedliche Steckertypen aufweisen,  kommt die Firma Max  Hauri ins Spiel. Das renommierte Unternehmen mit Sitz in Bischofszell im Kanton Thurgau organisiert für seine Auftraggeber unter anderem das sogenannte “Verschweizern” von Haushaltsgeräten. Nach dem Entfernen der Verpackung folgt die eigentliche Montage und dann eine Wiederverpackung.

Um diese Aufgaben noch effizienter umsetzen zu können, kooperiert Max Hauri mit Fiege. Dafür wird die moderne Logistikanlage des Dienstleisters am Standort Oftringen einbezogen. Hier organisiert Fiege Schweiz die logistischen Ver- und Entsorgungsprozesse des „Umsteckerns“ und stellt für die Montage der neuen Anschlüsse auch die entsprechenden Arbeitsflächen den von Max Hauri beauftragen Fachkräften der Dock Gruppe zur Verfügung. So wird Fiege zum elementaren Bestandteil der Supply Chain.

„Zunächst begann die Partnerschaft an mehreren Standorten. Dann haben wir immer wieder an einer weiteren Optimierung der Abläufe gefeilt“, sagt Christoph Mayer, Niederlassungsleiter Oftringen bei Fiege Schweiz. „Nach einem Brainstorming mit allen Beteiligten haben wir in diesem Frühjahr den Entschluss gefasst, sämtliche Tätigkeiten an einem Ort zu bündeln.“ Das ist das Logistikcenter in Oftringen mit seiner 30‘000 Quadratmeter großen Logistikfläche.

Früher wurden die im Ausland hergestellten Produkte vor ihrem Umbau teilweise in Oftringen zwischengelagert, bevor sie weiter in Richtung der bisherigen Montagelinien der Dock Gruppe nach Basel gingen. Jetzt sind die Aktivitäten an einem Standort gebündelt. „Das spart einerseits Verlade- und Transportprozesse, was auch die Straßen entlastet. Und anderseits erhöht das auch die Verfügbarkeit der Waren, wenn diese vom Großhandel geordert werden“, fasst Christoph Mayer die Vorteile der beschleunigten Abläufe zusammen.

Dabei profitiert Max Hauri von den idealen Standortbedingungen, die sich Fiege geschaffen hat. Denn diese Logistikanlage im Wiggertal verfügt nicht nur über einen direkten Autobahnanschluss, sondern kann aufgrund der Größe des Multi User Centers auch eine Flächennutzung des gemeinsamen Auftraggebers Groupe SEB flexibel planen. So ist es möglich, Puffer für saisonale Schwankungen anzulegen, die vor dem Verschweizern die Produktion aus dem Ausland sehr gut aufnehmen kann. Das war in der eigenen Anlage der Dock Gruppe in Basel nur in begrenzterem Umfang möglich.

Eine Schnittstelle zwischen den IT-Programmen des Haushaltgeräteherstellers und des Logistikdienstleisters schafft dabei die nötige Transparenz, insbesondere bei der Lagerhaltung. Somit ist auf Knopfdruck abrufbar, wo sich die einzelnen Produkte aktuell befinden und ob das „Umsteckern“ bereits realisiert wurde.

„Wir haben hier nach Rücksprache mit dem Kunden Groupe SEB einen Terminal installiert, mit dessen Hilfe wir die „Replug-Aufträge“ direkt im Kundensystem anlegen und abschliessen können. Somit wird aus logistischer Perspektive vor Ort ein zusätzlicher Mehrwert und eine Effizienzsteigerung durch größere Transparenz erzielt“, erzählt Christoph Mayer. „Alles eben unter der Maßgabe, dass wir Ressourcen gezielt einsetzen, die Logistikkette also nachhaltiger gestalten und kontinuierlich optimieren, um die Anforderungen der Auftraggeber flexibel abzubilden.“

Über die
FIEGE Gruppe

Die Fiege Gruppe mit Stammsitz in Greven, Westfalen, zählt zu den führenden Logistikanbietern in Europa. Ihre Kompetenz besteht insbesondere in der Entwicklung und Realisierung integrierter, ganzheitlicher Logistiksysteme. Sie gilt als Pionier der Kontraktlogistik. Die Gruppe erwirtschaftete 2018 mit über 15.000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro. Mehr als 150 Standorte und Kooperationen in 15 Ländern bilden ein engmaschiges logistisches Netzwerk. 3 Millionen Quadratmeter Lager- und Logistikflächen sprechen für die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.