Zukunft

ist jetzt

Wir treiben
Innovationen voran
Fiege testet die Robotik in der Intralogistik

Wir entwickeln uns weiter. Immer. Die Zukunft beginnt bei Fiege schon heute. Wir sind Vorreiter beim spannenden Thema Robotik in der Intralogistik. Drei TORU Cube Roboter des Münchner Start-ups Magazino werden in unserem Lager in Ibbenbüren eingesetzt und weiterentwickelt. Die Roboter kommissionieren online bestellte Schuhe und arbeiten parallel zum Menschen. Wie sieht die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine in Zukunft aus? Wo kann der Roboter in der Logistik am besten eingesetzt werden? Welche Vorteile ergeben sich schon jetzt im Tagesgeschäft? Antworten auf diese Fragen erfahren Sie auf unserer Themenseite Zukunft.

Der Mensch und sein digitaler Kollege Christoph Mangelmans, Managing Director Fashion / Online Retail bei FIEGE, erläutert im Interview mit dem Trend Report die wachsende Bedeutung der Logistik- und Dienstleistungsprofis für den Retail.

Wie unterstützen Sie den stationären Handel bei seinen Multi- und Omnichannel-Vertriebsstrategien?

Wir können unsere Kunden bei ihrer komplette Supply Chain unterstützen und effizienter machen. Von der Anlieferung der Produkte aus aller Welt, der Versorgung der B2B- und B2C-Empfänger in Europa bis hin zur Bearbeitung von Retouren. Und das absolut flexibel und skalierbar. Wir bieten als E-Fulfillment-Dienstleister alle Lösungen aus einer Hand an. Wenn ein Kunde, der bisher nur offline vertreten ist nun also auch einen Webshop betreiben und über verschiedene soziale Medien bewerben möchte, kann er diese Themen komplett an uns outsourcen. Auch die Kundenkommunikation können wir über ein Callcenter abdecken.

Christoph Mangelmans, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Fiege-Gruppe

Auf welche Herausforderungen trifft in diesem Kontext der stationäre Handel und Online-Handel?

Ich denke, dass der stationäre Handel künftig viel weniger Ware vor Ort vorrätig haben wird. Es wird eine Verlagerung der Ware in Logistikzentren geben. Der Kunde probiert ein T-Shirt oder einen Rock im Laden an, entscheidet sich zum Kauf und bekommt die Ware nach Hause geliefert. Vielleicht bezahlt er schon mit dem Smartphone und kann dort auch transparent verfolgen, welchen Weg sein T-Shirt aus dem Lager bis zu sich nach Hause nimmt. Ich glaube, dass wir so in Zukunft einkaufen. Erfolg wird stark mit der Verknüpfung von stationärem Handel und Online-Handel zusammenhängen. Ein reibungsloser Ablauf wird durch Dienstleistungsprofis wie uns garantiert. Über den Servicegrad der dem einzelnen Kunden geboten wird, werden sich die Händler voneinander differenzieren.

Wie lösen Sie Herausforderungen speziell bei der Kommissionierung im E-Commerce?

Wir wollen für den Endkunden schnell und für unsere Partner skalierbar sein. Das geht nur Hand-in Hand mit unseren Kunden. Mit genauen Analysen des Käuferverhaltens, wovon unsere Kunden mit uns Verkaufsprognosen ableiten. Wir sind in die frühzeitige Aktionsplanung unserer Partner mit eingebunden und stellen uns entsprechend darauf ein. Zusätzlich nutzen wir Big Data, um möglichst schon heute zu wissen, welche Waren morgen gepickt, gepackt und verschickt werden müssen.

Welche Technologien in der Intralogistik sind heute gefragt, um dem zunehmenden E-Commerce Rechnung zu tragen?

Die Kunden erwarten ihre bestellte Ware immer schnell und zu verlässlich. Die Sendung sollte nach Möglichkeit am selben Tag oder einen Tag später ankommen und es muss genau das im Paket sein, was vorher in den Warenkorb gelegt wurde. Der Kunde toleriert dabei keine Fehler. Einzelne Prozesse zu automatisieren kann dabei helfen, diesen Herausforderungen gerecht zu werden. In unserem Mega Center in Mönchengladbach, das wir für Esprit betreiben, sind die logistischen Abläufe schon nahezu vollautomatisiert. Auf über 30 Kilometern Fließbändern rollen die Pakete durch das Lager – schnell und effizient. In Ibbenbüren testen wir seit Kurzem den Einsatz von Robotern, die online bestellte Schuhe kommissionieren. Der Einsatz von Robotik in der Intralogistik ist ein unheimlich spannendes Thema, das wir mit dem Startup Magazino aus München vorantreiben wollen.

Was sind wichtige Grundlagen im Kontext dieser Roboter-Automatisierung im Lager und welche Innovationen bringt diese Lösung für die Intralogistik mit?

Die Roboter sind freibeweglich und wahrnehmungsgesteuert. Sie orientieren sich durch 3-D-Kameras und Laser und haben Karten von ihrem Umfeld programmiert. Dabei lernen sie auch immer wieder dazu, erkennen den optimalen Weg und können so für uns sehr wertvoll werden. Die Roboter können überNacht eingesetzt werden und vorbereitende Tätigkeiten übernehmen. Zudem können sie gezielt für Inventuren eingesetzt werden.

Der Kommissionier-Roboter TORU Cube am Fiege-Stand auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin

Wie gestaltet sich die Mensch-Maschine-Interaktion in diesem Kontext?

Der Roboter wird den Menschen nicht ersetzen. Aber künftig werden Mensch und Maschine sicher noch enger zusammenarbeiten. Die Maschine wird sozusagen zum digitalen Kollegen. Der Roboter kann zum Beispiel das Picken von Waren, die besonders hoch oder besonders niedrig eingelagert sind, übernehmen und so den menschlichen Mitarbeiter entlasten. Der Roboter ist in vielen Fällen aber auch auf die Hilfe des Menschen angewiesen. Wenn zum Beispiel ein Karton oder eine Palette hinter einer Strebe oder einem Regalbalken liegt und nicht gegriffen werden kann. Dann schickt der Roboter eine Mitteilung an die Leitstelle und ein menschlicher Mitarbeiter übernimmt diesen Pick.

Welche Zukunftsszenarien werden vor dem Hintergrund der Digitalisierung schon bald realisierbar sein?

Die Vernetzung wird immer weiter voranschreiten. Im Logistikzentrum selbst, aber auch mit dem Kunden und dem Endkunden. Das ermöglicht ein hohes Maß an Transparenz und macht den Service, den Händler und Dienstleister dem Endkunden anbieten leichter vergleichbar. Ich glaube, dass der Handel sich künftig stärker über den Service vom Wettbewerber differenziert. Das wird durch verschiedene Bewertungsplattformen und Social Media, insbesondere Facebook, schon jetzt ermöglicht und wird sicher noch zunehmen.
Wir werden unser Qualitätsversprechen auch durch eine schrittweise Automatisierung und Digitalisierung mit Augenmaß weiter einhalten und im Sinne unserer Kunden ausbauen.

Benedikt Roßmann
Fashion & Online Retail